Die Suche nach dem eigenen künstlerischen Stil

Die Suche nach dem eigenen künstlerischen Stil

Die wahre Kunst beginnt dort, wo wir aufhören, andere zu imitieren, und anfangen, unsere Einzigartigkeit zu akzeptieren und zu zeigen.

Vor vielen Jahren, als ich mit Kunst anfing, war ich davon überzeugt, dass man einen eigenen Stil braucht, um „richtige" Kunst zu machen. Dieser Glaubenssatz frustrierte mich nicht nur, weil ich noch keinen eigenen Stil hatte, sondern nahm mir auch teilweise die Freude am kreativen Schaffen – was mich wiederum daran hinderte, meinen eigenen Stil zu entwickeln. Auch der ständige Versuch, mich von anderen Künstlern inspirieren zu lassen, half mir nicht dabei, meinen eigenen Stil zu finden. Was mir aber tatsächlich half, war etwas ganz anderes...

1. Schritt : Täglich üben

Routine und Übung sind wichtig, aber ohne persönliche Bedeutung bleiben sie leer.

Mir wurde bewusst, dass ich mich mehr auf mich selbst und meine Vorlieben konzentrieren musste, um besser zu verstehen, wer ich bin und was meine Motivation ist. So begann ich, täglich die alltäglichen Dinge zu zeichnen und zu illustrieren, die mich in diesem Moment besonders ansprachen. Ich wollte nicht nur eine Routine aufbauen, sondern auch meine zeichnerischen Fähigkeiten verbessern. Ich wollte unbedingt realistisch zeichnen können – damals dachte ich, nur so könnte ich mich als „richtige" Künstlerin sehen.

Nach vielen Stunden des Übens und Illustrierens verbesserten sich zwar meine zeichnerischen Fähigkeiten, aber die erhoffte Zufriedenheit blieb aus. Etwas Wesentliches fehlte, obwohl ich Freude am Erschaffenen hatte und stolz auf meine Fortschritte war.

2. Schritt: Persönlichkeit zeigen

Der wichtigste Schritt ist oft der, vor dem wir am meisten Angst haben – und er scheint deshalb so schwierig, weil wir dabei unsere wahre Persönlichkeit zeigen müssen.

Irgendwann wurde mir klar: Es ist völlig unwichtig, wie perfekt ich zeichnen kann – solange ich nicht meine wahre Persönlichkeit und meine eigene Stimme zeige, bleibt meine Kunst leer und unbefriedigend.

Ich wusste in meinem Herzen genau, was ich wollte: So frei und unbeschwert wie ein Kind zeichnen und malen, ohne mich um Proportionen zu sorgen – einfach spielerisch, authentisch und voller Fehler und Freude. Diese Idee liebte ich, weil sie mit meinem wahren Ich im Einklang stand. Dennoch hatte ich große Angst, dass dieser „Stil" bei vielen Menschen keine Resonanz finden würde.

Ich hatte keine Wahl – wenn ich wirklich meinen eigenen Stil finden wollte, musste ich mich meiner größten Angst stellen: meine wahre Persönlichkeit zu zeigen und das Risiko einzugehen, mich lächerlich zu machen.

3. Schritt: Eigene Stimme zu finden bedeutet sich zu akzeptieren

Authentizität ist der Schlüssel zu erfüllender Kreativität - auch wenn der Weg dorthin manchmal einsam erscheint.

Den ersten Schritt zu meiner authentischen Kunst musste ich ganz alleine gehen. Es fühlte sich an, als würde ich in eine dunkle Höhle ohne Taschenlampe eintreten. Es machte mir Angst, denn alles um mich herum war dunkel, und ich konnte mich nirgends festhalten. Was dann passierte, war unbeschreiblich wunderbar. Ich fing langsam an, meine innere Stimme zu hören, und alles, was sie sagte, fühlte sich für mich so natürlich und voller Liebe an. Auf einmal konnte ich in dieser Dunkelheit sehen, und ich entdeckte um mich herum tausende von Sternen. Ich spürte keine Angst mehr, nur Liebe und Dankbarkeit.

Ich begann mit einem Vertrauen zu malen, das ich noch nie zuvor gekannt hatte. Es fühlte sich an, als wären alle Blockaden auf einmal verschwunden. Ich war so tief mit mir selbst verbunden, dass ich stets wusste, wie und was ich weitermalen sollte. Durch mich floss so viel Energie und Freude, dass es mir unmöglich war, meine Kunst nicht zu lieben. Und um all das zu erreichen, musste ich mich überhaupt nicht ändern oder besser sein. Im Gegenteil: Ich musste erkennen, dass das, was ich in mir trage, genauso wertvoll ist wie bei anderen Menschen.

Dies veränderte mein Malen von Grund auf: Ich malte nun für mich selbst, aus reiner Freude und mit der tiefen Gewissheit, dass meine Kunst genau so sein darf, wie sie ist. Was andere über meine Kunst dachten, verlor auf einmal seine Bedeutung für mich. Ich spürte, dass ich meine eigene künstlerische Stimme gefunden hatte – und dass diese mich ganz natürlich zu meinem eigenen Stil führen würde.

Aber mittlerweile finde ich das nicht mehr wichtig, denn ich glaube nicht mehr, dass man einen eigenen Stil braucht, um Kunst zu machen. Man ist jederzeit gut genug – man muss nur anfangen.

Authentizität führt uns immer zur Leichtigkeit und Freude – nur wir selbst stehen uns bei dieser Reise im Weg

Heute gehe ich diesen unendlichen Weg noch immer, aber er fühlt sich mittlerweile viel natürlicher an. Er lehrt mich stetig, wie einfach und unkompliziert die Dinge sein können, wenn wir sie zulassen – auch wenn es für mich immer wieder eine Herausforderung ist, diese Natürlichkeit und Leichtigkeit vollständig anzunehmen.

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